VerantwortungohneZugriff
Wie Führung trägt, wenn Verantwortung wächst und direkte Kontrolle nicht mehr reicht.
Leon Köllerwirth Hlihel · Sachbuch · Taschenbuch und Kindle-eBook
Am Tag sind es von meinem Schreibtisch drei Treppen bis in die Werkshalle. Nachts gibt es diese Treppen auch. Nur stehe ich nicht oben.
Je größer Verantwortung wird, desto weniger lässt sich selbst sehen, entscheiden und korrigieren. Menschen entscheiden selbst. Teams arbeiten ohne mich. Systeme laufen nachts. Andere Bereiche unterstehen mir nicht. Die Verantwortung bleibt.
Dieses Buch beginnt nicht mit einem Modell, sondern mit einem Etikettendrucker, der nachts ausfällt, und der Frage, wem die Sache eigentlich gehört. Von dort führt es über Menschen und Teams zu Systemen und Organisationen – zu Zusagen, Übergaben, Vertrauen, Architektur, Grenzen und Entscheidungen, die auch dann tragen müssen, wenn ich nicht im Raum bin.
Taschenbuch 23,43 € · Kindle 8,99 €. 146 Seiten, an einem Abend gelesen.

- Sie haben ein Team geführt und führen jetzt Menschen, die selbst Teams führen.
- Sie verantworten Systeme, die nachts laufen, und erfahren von Ausfällen am nächsten Morgen.
- In Bereichen, die Ihnen nicht unterstellt sind, müssen Sie trotzdem etwas durchsetzen.
- Was nachts ausfallen kann, braucht vor der nächsten Nacht einen Namen.
- Ganze Ergebnisse übergeben, keine Arbeitsschritte.
- Wer eine Architektur verantwortet, liest weiter Code.
Im Buch steht jede Regel in der Lage, in der sie entstanden ist, mit ihren Bedingungen und Grenzen.
Sechs Teile, 15 Kapitel.
- Prolog – Der Moment, in dem Zugriff nicht mehr reicht
- Teil I · Das Problem
- Verantwortung bleibt
- Der Radius wächst
- Der Flaschenhals trägt einen Namen
- Teil II · Menschen
- Menschen sind keine verlängerten Arme
- Vertrauen ist keine Charakterfrage
- Teil III · Teams
- Ein Team ist kein größerer Mensch
- Führung beginnt dort, wo ich nicht dabei bin
- Teil IV · Systeme
- Was vorhersehbar ist, beginnt nicht bei der Person
- Wem gehört es um drei Uhr morgens?
- Transparenz ersetzt Kontrolle nicht, aber sie macht sie gezielt
- Teil V · Organisation
- Verantwortung ohne Weisungsrecht
- Drei Häuser, dieselbe Entscheidung
- Teil VI · Konsequenz
- Die Entscheidung muss ohne mich halten
- Verantwortung endet nicht an der eigenen Grenze
- Wenn Führung funktioniert, werde ich weniger sichtbar
- Wo diese Erfahrungen an Forschung anschließen
- Die Sätze, die geblieben sind
In der Nachtschicht fällt im Lager einer der Etikettendrucker aus.
Das ist kein Totalausfall. Es gibt noch einen zweiten Drucker. Nur steht der an einer anderen Stelle, und von diesem Moment an läuft alles über ihn. Die Kollegen tragen Aufträge hin und Etiketten zurück, Wege werden länger, Arbeit wartet.
Das Lager kann weitermachen.
Nur nicht mehr so, wie es soll.
Also ruft die Schicht beim IT-Service an.
Der Drucker hängt im zentralen Drucknetzwerk. Die IT prüft, was sie aus der Ferne prüfen kann. Das Gerät ist erreichbar. Druckaufträge kommen an. Auf den ersten Blick sieht es deshalb nicht nach einem Netzwerk- oder Softwareproblem aus.
Also wird die Instandhaltung dazugenommen.
Auch dort versucht man, die Sache am Telefon einzugrenzen. Die Schicht beschreibt, was sie sieht, jemand lässt etwas öffnen, schließen, neu starten. Das Übliche.
Nur geht in dieser Nacht niemand von beiden tatsächlich in die Halle.
Irgendwann ist technisch erstaunlich viel geklärt.
Der Drucker ist im Netz.
Die Software schickt Druckaufträge.
Das Gerät ist nicht offensichtlich defekt.
Es druckt nur keine Etiketten.
Für die Kollegen im Lager ist diese Differenzierung vermutlich von begrenztem Trost.
Sie arbeiten mit dem zweiten Drucker weiter.
Am nächsten Morgen erfahre ich davon.
Ich gehe die drei Treppen hinunter in die Halle.
Leon Köllerwirth Hlihel hat 2004 als Softwareentwickler angefangen und zwölf Jahre in einem Industrieunternehmen mit mehreren Werken gearbeitet, zuletzt als Leiter der Entwicklung. Danach kamen Enterprise Architecture und Informationssicherheit im Konzern, zuletzt vier Jahre als Chief Product Owner im Mandat. Die Lagen im Buch stammen aus dieser Arbeit; Firmen und Personen sind nicht genannt.
Zwei Seiten aus dem gesetzten Buch, A5. Blau beginnt einen Teil, Rot beginnt ein Kapitel und trägt jede der 21 Regeln.


Ein Kapitel beginnt: die ganze Seite in Rot, Nummer und Titel am Fuß. Der Text setzt gegenüber ein.
Jede Regel steht dort, wo sie entsteht: ein rotes Feld mitten im Kapitel, der Satz kursiv in Weiß.
Erschienen als Taschenbuch und Kindle-eBook bei Amazon. Fragen zum Buch, Lesungen und Gespräche gern per Mail.
Taschenbuch 23,43 € · Kindle 8,99 €. 146 Seiten, an einem Abend gelesen.